Verband Sinti und Roma Schweiz

 

Verband Sinti und Roma Schweiz (VSRS) e.V
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Aktivitäten

 

Mediation

Einsätze von Mediatoren, aus Sinti- und Roma-Gemeinschaften, bei Konflikten zwischen fahrenden Roma, Polizei, Landbesitzer_innen und Behörden
Bei ihren Einsätzen stehen die Mediatoren den betroffenen Roma-Gruppen und Behörden sowie Polizei und LandbesitzerInnen beratend zur Seite. Sie versuchen mit den beteiligten Gruppen Kompromisse zu finden. Gleichzeitig klären sie fahrende Sinti- und Roma-Gruppen über Schweizer Gesetzgebung und Gepflogenheiten auf und sensibilisieren die Polizei, Behörden und Landbesitzer_innen über Kultur, Bräuche und spezifische Anliegen der Fahrenden.
Die positiven Erfahrungen der Jahre 2017 und 2018 bestätigen, dass das Angebot des VSRS dringend weitergeführt werden muss. Zudem ist die Nachfrage nach der Mediationsarbeit im Jahr 2018 deutlich gestiegen. Dies einerseits, weil die Einsätze der Mediatoren von den Behörden als sehr wirkungsvoll bewertet wurden und andererseits da im Sommer 2018 mehr fahrende Gruppen durch die Schweiz reisten als in den vergangenen Jahren. Aufgrund der vielen Einsätze des VSRS war die Saison jedoch sehr konfliktfrei. Dies kann als grosser Erfolg der Arbeit des VSRS verbucht werden. 

Prävention

Entwicklung und Durchführung von Informationsmodulen für Polizei und Behörden und andere Präventionsmassnahmen
Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Weiterbildungsveranstaltungen bei Polizei und Behörden, erweitert der VSRS das Präventionsangebot für die kommenden Jahre. Mit dem erprobten Informationsmaterial und seiner umfassenden Praxiserfahrungen hat der VSRS ein Informationsmodul über die Kultur der fahrenden Roma entwickelt, welches den Behörden und der Polizei in den Jahren 2019 bis 2021 aktiv angeboten wird. Dieses Weiterbildungsangebot stellt der VSRS künftig nicht nur kantonalen Behörden und der Polizei zur Verfügung, sondern auch Gemeinden und Landwirten. 
Zudem sucht der VSRS einen regelmässigen Kontakt zu fahrenden Sinti und Roma im In- und Ausland. In der Wintersaison fahren die Mediatoren grosse Plätze in Frankreich und Belgien an, um die fahrenden Gruppen über rechtliche Belange (wie Arbeitsbewilligungen, Umweltauflagen, etc.) und Halteplätze in der Schweiz zu informieren. Auch über die sozialen Medien nimmt der VSRS Kontakt zu Fahrenden auf, um ihnen wichtige Informationen für einen möglichen Aufenthalt in der Schweiz zukommen zu lassen. 

Beratung bei der Schaffung von Durchgangsplätzen

In einigen Kantonen stehen Projekte zur Schaffung von provisorischen oder permanenten Halteplätzen an. Ende November eröffnete die Stadt Basel einen neuen Halteplatz. Bei der Planung dieses Platzes stand der VSRS beratend zur Seite. Auch bei weiteren Halteplatz-Projekten wird der VSRS Beratungsmandate entgegennehmen. Durch diese Beratungsfunktion wird bei der Ausgestaltung der Halteplätze darauf geachtet, dass man den Bedürfnissen der fahrenden Gruppen gerecht werden kann. Somit kann eine möglichst reibungslose Nutzung der Durchgangsplätze gewährleistet werden.
 

Ziele

  • Verringerung von Konflikten: Durch die Präventations- und Mediationseinsätze kann das Verständnis zwischen fahrenden Sinti und Roma, Polizei und Landbesitzenden gefördert werden. Kommunikationshindernisse werden dadurch abgebaut und Missverständnisse verhindert. 
  • Verbesserung der Akzeptanz: Durch die Verringerung von Konflikten wird den fahrenden Sinti und Roma künftig auch eine grössere Akzeptanz in der Schweiz entgegenkommen. Dadurch können zudem negative Medienberichterstattungen verhindert werden, was wiederum die Akzeptanz fördert.
  • Abbau von Rassismus: Die Vermittlung von Fachwissen durch die Mediatoren des VSRS führt zur Förderung von Kompromissbereitschaft in Konflikten zwischen fahrenden Gruppen, Polizei, Behörden und Landbesitzer_innen. Durch niederschwellige Lösungen werden Eskalationen vermieden und rassistische, antiziganistische Vorurteile abgebaut.